Das Resümee des Cheftechnikers

Das Wochenende rückt in greifbare Nähe, Zeit mit dem Segway nach Hause zu rollen. Bevor aber der ungehemmte Freizeitspaß beginnt, steht noch ein Termin bei unserem Cheftechniker ins Haus. Hier sein Resümee:

Eindrücke zum Segway aus technischer Sicht:

Vorteile:

  • Wendekreis ist neben der benötigten Grundfläche einzigartig gering, der Segway ist also besonders für engste Passagen, Hallen und Räume geeignet, wo bisher Roller oder Fahrräder benutzt wurden.
  • Im niedrigen Geschwindigkeitsbereich sehr gute Regelung und Kontrolle der Balance.
  • Selbst auf unebenen Untergründen wie Kopfsteinpflaster unproblematisch.
  • Kann mit Motorunterstützung auch über Stiegen geschleppt werden.

Nachteile:

  • Glattes Terrain (Nässe, Laub, Eis): Hier stößt der Segway an seine Grenzen, die Räder müssen immer Grip haben, um der Elektronik die Chance zum Ausbalancieren zu geben. Wenn ein Rad auf glatter Oberfläche durchdreht, ist viel Geschick erforderlich, um den Segway auf Kurs zu halten. Also im Winter besser in die Garage.
  • Kanten: Gehsteigkanten können bis zu einer Höhe von etwa 5cm noch problemlos überwunden werden, dann aber Vorsicht. Bei hohen Gehsteigkanten muss man zwar auch mit Fahrrad, Motorrad oder Auto aufpassen, beim Segway sollte man sie umfahren oder vorher absteigen.
  • Verhalten bei Endgeschwindigkeit: Der etwa 20km/h schnelle Segway versucht bei Erreichen seiner Endgeschwindigkeit durch Rückwärtsneigung der Lenkstange zu signalisieren, dass die Gewichtsverlagerung nach vorne reduziert werden soll. Dies kann bei leichtem Gefälle zu unangenehmen Schwankbewegungen führen, die nur mit sehr guter Körperkontrolle zu verhindern sind. Auch ein geübter Fahrer ermüdet hier auf längeren Strecken schneller als auf einem Elektrofahrrad.
  • Steigungsänderungen bei höherem Tempo: Hier zeigt sich ein ähnliches Problem, der Fahrer bekommt Änderungen in Steigung oder Gefälle durch Neigungsveränderungen der Lenkstange zu spüren. Bei unter 10 km/h aber kaum auffällig.
  • Keine Federung: Der Fahrer benötigt diese zwar nicht, aber der segway bdkommt jede Bodenunebenheit in Form von Erschütterungen ungefedert bis in die tiefen seiner komplexen Elektronik geliefert. Der ausklappbare Ständer, der sich auch gerne selbst ausklappt, ist ein guter Indikator.
  • Licht ist keines vorhanden.

Fazit:
Der Segway ist technisch perfekt gemacht und schafft es dank aufwendiger Elektronik fast die Physik zu überlisten, ähnlich wie ein Mensch auf einem Einrad. Sein ganzes Layout zeigt aber, dass er auf Nischenanwendungen zielt. Auf Messen in großen Fabriksgeländen oder für Sightseeing Touren auf gesicherten Wegen ist er teilweise anderen Fahrzeugen auf Grund seiner Kompaktheit überlegen und die Aufmerksamkeit anderer ist einem sowieso sicher.

Ins Verkehrsgeschehen sollte man sich nur in Ausnahmesituationen wagen. Vor allem die oft erforderlichen Extremmanöver Bremsen und Ausweichen müssen viel intensiver geübt werden, als bei anderen Fahrzeugen. Auf langen Strecken, die er aufgrund seines tollen Akkus schaffen kann, würde ich gerne eine Sitzmöglichkeit wie bei allen anderen Fahrzeugen vorfinden. Und eine banale Sache natürlich: Abstellen auf öffentlichen Flächen? Wo, wie und kann ich sicher sein, dass er noch da ist, wenn ich wieder komme?

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2 Antworten

  1. Meine Firma hat sich zu Werbezwecken auch zwei Segways zugelegt und ich kann bestätigen, man fällt mit diesen Dingern auf jeden Fall auf. Unsere Geräte sind allerdings mit dicken Luftreifen ausgestattet die Unebenheiten sehr gut abfedern und auch das Gleichgewicht zu halten ist problemloser. Der Betrieb im Großstadtverkehr ist etwas gewöhnungsbedürftig, man ist anfangs etwas übervorsichtig unterwegs. Allerdings ist das wie mit dem Fahrrad Fahren, auch da gibt es am Anfang Unsicherheiten. Parkplätze findet man überall und es gibt wie beim Rad keine Staus. Ich kann ein Segway nur empfehlen und je mehr davon unterwegs sind, umso günstiger wird die Anschaffung werden.

  2. Da ich beruflich sehr viel unterwegs bin, benützte ich 3 Fahrzeuge von
    kleinem MINI bis Mercedes SEL nebeneinander.
    Da es jedoch in der Stadt immer unmöglicher wurde, Termine mit dem Auto einzuhalten (so klein es auch ist), hatte ich für solche Zwecke mehrere Enduro-Motorräder für Kurz-bis Urlaubs-Strecke: 125ccm, 500ccm, 800ccm.

    Im Spätsommer 2007 leaste ich nach einem Wochenend-Test einen Segway i2, fuhr mittlerweile wohl 90% meiner Wege und fast jeden Tag, insgesamt über 3000km fast ausschließlich innerstädtisch mitten im Stadtverkehr oder auf Radwegen, falls vorhanden.
    Außer den steuerlich günstigen Leasing-Raten kostete dies mich insgesamt bisher ca. 40€ (Strom).
    Ich finde ihn nach meinem Langzeit-Test jahrein-jahraus uneingeschränkt empfehlenswert und eine Fahrt macht obendrein immer noch vergnüglich.
    In Kombination mit einer U-Bahn-Fahrt (Extra-Fahrschein für das “Fahrrad” !) ist er auch auf längeren Strecken ideal.
    Daß es fast von selbst in einen Kombi oder Stiegen auf und ab fährt (obwohl ich meistens damit im Lift fahre) und man bis zu 30kg mit sich führen kann, ist nebenbei auch praktisch.
    Es ist auf jeden Fall sicherer, einfacher und praktischer als ein Fahrrad und ersetzt auf kürzeren Strecken unter 4-8 km fast immer spielerisch jedes andere Verkehrsmittel oder wird darüber hinaus einfach mit diesen kombiniert.
    Hybid-Fahrzeuge versuchen als eierlegende Wollmilchsäue alte Fortbewegungsmittel umwelterträglicher zu machen, lösen jedoch keinerlei Verkehrsprobleme.
    Nur neue Lösungen wie bis dato einzigartig der Segway sind und führen uns ins 3. Jahrtausend.
    Aus allen Reaktionen, die ich erlebte, scheint klar: wenn der Anschaffungspreis bei 999€ läge, würde nicht nur jeder Pendler, sondern jeder über 16 Jahren in der Stadt einen Segway fahren.
    Bis dahin wünschte ich, daß ehestmöglich Teile unserer Polizei wie in anderen Großstädten (z.B.: LAPD, NYPD) zu unserem Nutzen damit ausgestattet werden sollte, um besser und schneller zu Diensten zu sein.

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